Erstlese-/Anfangsunterricht

 

Ziel des Erstleseunterrichts ist die Entwicklung einer basalen Lesefähigkeit als Grundlage für die weitere Arbeit in den anschließenden Schuljahren. Folgende Vorgehensweisen müssen dabei berücksichtigt werden:

 

  • Übungen zur Sicherung der Laut-Buchstaben-Beziehung (z. B. durch ritualisierte Einführung der Buchstaben, Visualisierung durch Anlautbilder, die langfristig im    Klassenraum hängen bleiben, Nutzung von Lautgebärden, Einführungsreihenfolge der Buchstaben vom Einfachen zum Schwierigen, vom Häufigen zum Seltenen)

 

  • Die Fähigkeit zum phonologischen Rekodieren ist das primäre Ziel des Leselehrgangs im ersten Schuljahr, indem Laute zu Silben und Wörtern erlesen werden Nützliche Übungen sind z. B. Leselineale oder -pfeile, Silbenteppiche, Silbenbögen o.ä. Silbenmarkierungen.

 

  • Das Training des Leseverstehens (phonologisches Dekodieren) setzt voraus, dass die Wortbedeutung bekannt ist. Notwendig ist von Beginn an eine explizite Förderung der Kenntnisse zur Wortbedeutung, beispielsweise durch Gespräche, Vorlesen, Erzählen, Erklären, Erfragen von Definitionen zu vermutlich schwierigen Begriffen. Dabei zielt der Unterricht auf den Aufbau einer Fragehaltung gegenüber Unverstandenem, die ausgehend vom Deutschunterricht in allen Fächern umsetzbar ist. Dafür sind in allen Fächern entsprechende Zeitfenster einzuplanen. Geeignete Übungsformate dafür sind z. B.: Wort-Bild-Zuordnung, Glossare (z. B. mit der App Book-Creator, Bildwörterbücher, Klassenwörterbücher mit neuen Begriffen, Online-Portale für Kinder, Quizfragen zu Texten - z. B. Antolin)

 

Ausführliche Fragenkataloge zu ausgewählten Ganzschriften ab Ende des ersten Schuljahrgangs sind hier zu finden: ibus.nibis.de/Leseförderung/Literaturvermittlung

 

Am Ende des ersten Schuljahrgangs sind alle wichtigen Buchstaben und Buchstabenverbindungen erarbeitet, die basale Lesefähigkeit ist gesichert und auch zunehmend längere Wörter können sicher erlesen werden. Schwächen werden durch die genannten Überprüfungen (--> Dokument „Förderdiagnostik“, rechte Spalte) deutlich und können durch eine gezielte Förderung behoben werden. Die im ersten Schuljahr begonnene systematische Arbeitsweise ist eine tragfähige Basis für die Arbeit in den anschließenden Schuljahren.

 

Literatur:

Hingst, Heimbucher, von Rosenzweig. Lese-Rechtschreibschwäche kann verhindert werden: Ein Programm für die Grundschule, Band 1 (1. Klasse). Braunschweig: Westermann 2008

Gero Tacke. Flüssig lesen lernen 1/2. Für das Üben zu Hause. Arbeitsheft 1/2. Stuttgart, Leipzig: Auer bei Klett: Neuausgabe ab 2012

Weiterführende Informationen

Ansprechpartnerin

Letzte Änderung: 24.08.2020

Drucken
zum Seitenanfang